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16.07.2017

Spitfire Treffen Ebenweiler

Warum wurde es gegründet

Damals,

Anfang 1980, als die meisten von uns noch sehr jung, in der Ausbildung oder im Studium und natürlich immer knapp bei Kasse waren, wurden Reparaturen am Triumph Spitfire schnell zum finanziellen Ruin, weil die Leyland-Vertragshändler eher Apotheken als Werkstätten waren und meist noch weniger Ahnung beim Reparieren von Spitfiren hatten, als eben eine richtige Apotheke.

Ach ja, Ersatzteile gab es ausschließlich beim Leyland-Händler!

Erschwerend kam hinzu, dass die Ersatzteilqualität nicht mit der von damaligen Mercedes-Benz-Teilen vergleichbar war.

Und da auch mein Spitifire ein richtiger Engländer war, der zuvor wahrscheinlich in Leyland- Werkstätten gewartet wurde, und bei dessen Herstellung vermutlich gerade mal wieder gestreikt wurde, betraf dies natürlich auch mich.

Kurzum, mein Spitfire litt an Hinterachsbeschwerden und viele weitere Krankheiten sahen in meinem Spiti umgehend einen idealen Wirt.

Nach dem ersten Sommer, den ich meinen Spiti gefahren hatte, war also klar, dass ich aufgrund meiner bürgerlichen Herkunft den Spitfire entweder verkaufen musste, den privaten Konkurs, der damals noch gar nicht erfunden war, anzumelden hatte oder eben eine andere Möglichkeit finden sollte, meinen trotz allem heißgeliebten Spitfire halten zu können.

 

Die Lösung war im Nachhinein betrachtet sehr einfach. Es mussten Gleichgesinnte gefunden werden, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten und idealerweise zum einen oder anderen Problem eine Lösung wussten. Eine Plattform sollte es sein, um Erfahrungen zu Reparatur und Ersatzteilbeschaffung auszutauschen, und es sollte möglich sein, mit wenig Geld ein paar schöne Stunden oder ein schönes Wochenende mit Gleichgesinnten zu verbringen.

Kurzum,

das Ebenweiler-Treffen war geistig geboren!

 

Jetzt musste es schnellstens an die Umsetzung gehen, also sofort eine Anzeige ins Wochenblatt gesetzt, und es waren auf Anhieb unglaubliche 7 Spitfire-Begeisterte, die sich meldeten und zum ersten Treffen nach Ebenweiler kamen.

Wir waren somit 8 Spitfire, vollbesetzt, die zur ersten gemeinsamen mehrtägigen Ausfahrt nach Tirol aufbrachen.

Es war ein irre Gefühl….

 

Historie

Nach erfolgtem erstem Treffen im Spätsommer 1983 war klar, dass die Plattform „Spitfire-Treffen Ebenweiler“ funktionierte!

Schnell sammelte sich dann eine kleine Gruppe von Spitfire-Eignern um „Ebenweiler“.

Es wurden gemeinsame Ausfahrten unternommen, Anlässe und weitere Aktivitäten gab’s genug und es wurde natürlich auch beschlossen, dass es weitere Spiti-Treffen in Ebenweiler geben sollte.

Grundsätze wurden formuliert.

Man war sich einig, dass die kommenden Treffen ausschließlich als Spifire-Treffen veranstaltet werden sollten. Eine Startgebühr wollte keiner haben, womit sichergestellt war, jedem Spitfirefahrer die Möglichkeit zu gegeben, mit bescheidenen Mitteln dabei zu sein. Auch sollten die Aktivitäten und Preise bei Ausfahrten oder am Festplatz im finanziell erschwinglichen Rahmen bleiben.

In den ersten Jahren wurde der Schwerpunkt auf unseren Treffen, alters- und zeitgemäß, logischerweise aufs Spitifahren gelegt.

Es wurden riesige Touren unter die Räder genommen, immer im Konvoi fahrend und immer mit enormer Begeisterung von Aktiven und am Wegrand stehenden Zuschauern.

In den ersten 5 Jahren wuchs unser Treffen stetig an. sodass beim 5jährigen Jubiläums- Treffen 1988 während der Ausfahrt bereits etwas mehr als 100 Spitfire gezählt wurden!

Im selben Jahr kam es dann jedoch leider zu unterschiedlichen Auffassungen, wie unser Ebenweiler Treffen künftig ausgerichtet werden sollte.

Die eine Fraktion machte sich für eine Kommerzialisierung des Treffens und zusätzlich für eine Erweiterung des Treffens für alle „Engländer“ und sonstigen Cabrios, stark.

Nicht zu verwechseln mit englischen Oldtimern und sonstigen Oldtimer Cabrios im heutigen Sinne, denn die gab’s in der Form, wie wir sie heute kennen, damals noch nicht.

Die anderen hielten an den ursprünglichen Werten fest, was unter den vorliegenden besonderen Umständen zum vorläufigen Aus für das Ebenweiler Treffen führte.

Doch bereits 1990 wurde unser altes Treffen, auf massives Drängen einiger „Ehemaliger“, mit den ursprünglichen Werten wieder aufgelegt.

Übrigens parallel zum „Engländer“ Treffen der „abgespaltenen“ Fraktion.

 

Unsere Ebenweiler Spitfire Treffen wurden dann ab 1990 in der bewährten Form wieder veranstaltet und behutsam mit viel Augenmaß angepasst und erweitert.

So wurden etwas später neben den Spifire auch die direkten „Ableger und Verwandten“ des Spifires also Heralt, Vitesse und GT 6 offiziell ins Ebenweiler Treffen integriert.

Heute zählt das Ebenweiler Treffen zu den größten Veranstaltungen seiner Art. Unsere Gäste reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum und auch darüber hinaus zu uns nach Ebenweiler an. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte haben sich untereinander viele Freundschaften gebildet, Verbindungen und Netzwerke entstanden.

Und noch etwas hat sich verändert.

Die Eintrittskarte nach Ebenweiler ist immer noch dieselbe geblieben, die legendären Ausfahrten sowieso. Aber der Schwerpunkt hat sich, glaube ich, auf die persönlichen Verbindungen und die alljährliche Wiedersehensfreude verlagert.

Einen Oldtimer-Status wie heute hatte ein Triumph Spitfire vor über 30 Jahren noch nicht.

Er war ein preiswerter schöner Roadster aus England und er war ein begehrter aber vor allem ein verrufener Gebrauchtwagen.

Doch damals wie heute ist es so, dass es Liebhaber gibt, die ihr Herz einfach an den

wunderschönen, von Giovanni Michelotti gezeichneten, Triumph Spitfire verlieren oder verloren haben.